Anthriscus spec. - Kerbel-Arten

Familie: Doldenblütler - Apiaceae

Laut "Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, 2011" gibt es weltweit 12 "Kerbel"-Arten; für Deutschland werden dort 4 Arten mit 2 Unterarten beschrieben.

Anthriscus sylvestris - Wiesen-Kerbel

Europäische Pflanze

"Fettwiesenpflanze"

Namen

Englisch: Queen Anne's Lace

Französisch: Cerfeuil des prés

Italienisch: Cerfoglio selvatico

13.05.2018 - Kerbel am westlichen Rand vom Lochmoos
13.05.2018 - Kerbel am westlichen Rand vom Lochmoos
20.04.2010 - Im eigenen Garten
20.04.2010 - Im eigenen Garten

Vorsicht: von den Blättern her besteht Verwechslungsmög-lichkeit mit Hundspetersilie und Geflecktem Schierling und Kälberkropf.

 

Vom Wiesen-Kerbel gibt es laut Literatur zwei Unterarten, die ich aber nicht kenne.

 

Der Wiesen-Kerbel ist normalerweise der erste der einheimischen Doldenblütler, der im Frühjahr zum Blühen kommt. Außerdem erkennt man ihn an seinem "gekerbten" Stängel.

28.04.2018 - Metelisweiher bei Oberhofen
28.04.2018 - Metelisweiher bei Oberhofen
28.04.2018 - Metelisweiher bei Oberhofen
28.04.2018 - Metelisweiher bei Oberhofen
28.04.2018 - Metelisweiher bei Oberhofen
28.04.2018 - Metelisweiher bei Oberhofen
28.04.2018 - Metelisweiher bei Oberhofen
28.04.2018 - Metelisweiher bei Oberhofen

Hier sieht man gut den ungefleckt grünen Stängel des Kerbels mit zahlreichen Rinnen (als Eselsbrücke: "Kerben").

28.04.2018 - Metelisweiher bei Oberhofen
28.04.2018 - Metelisweiher bei Oberhofen
28.04.2018 - Metelisweiher bei Oberhofen
28.04.2018 - Metelisweiher bei Oberhofen
21.04.2017 - Im Baienfurter Wald
21.04.2017 - Im Baienfurter Wald
21.04.2017 - Im Baienfurter Wald
21.04.2017 - Im Baienfurter Wald

Der Wiesen-Kerbel in der Fachliteratur

Steffen Guido Fleischhauer hat den Wiesen-Kerbel in seine "Kleine Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen" von 2010 aufgenommen.

Rezepte zur gehobenen kulinarischen Verarbeitung des Wiesen-Kerbels findet man in Meret Bisseggers Buch "Meine wilde Pflanzenküche. Bestimmen, Sammeln und Kochen von Wildpflanzen", 6. Aufl. 2013.

Eine Beschreibung des Wiesen-Kerbels findet sich bei: Jürgen Feder, 2014.

Originell und sachkundig befasst sich Jürgen Feder in seinem Buch "Feders Kleine Kräuterkunde" von 2017 mit den kulinarischen Möglichkeiten  des Wiesen-Kerbels und grenzt ihn vom ähnlich aussehenden, aber giftigen Schierling ab (S.61f).

Eine Beschreibung und schöne Fotos des Wiesen-Kerbels findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.

Der Wiesen-Kerbel ist laut www.floraweb.de Raupen-Futterpflanze für 3 Falterarten (Eulenfalter). 

03.04.2017 - Im Baienfurter Wald
03.04.2017 - Im Baienfurter Wald
30.03.2011
30.03.2011
02.06.2016 - Waldweg am Metelisweiher
02.06.2016 - Waldweg am Metelisweiher
02.06.2016 - Waldweg am Metelisweiher
02.06.2016 - Waldweg am Metelisweiher
02.06.2018 - Waldweg am Metelisweiher
02.06.2018 - Waldweg am Metelisweiher

Meine Küchenerfahrungen mit dem Kerbel

Ich habe die grünen Samen des Wiesen-Kerbels probiert und festgestellt, dass sie von einer feinen Würze sind und sich in kleinen Mengen sehr gut als Küchengewürz verwenden lassen. Zum Beispiel zu Salat, Gemüse, auf's Butterbrot, zu Käse usw. Hat sehr gut geschmeckt zu mildem Ziegenfrischkäse.

In meinem Herbarium von 1969
In meinem Herbarium von 1969


Anthriscus cerefolium - Garten-Kerbel

Ursprünglich westasiatische Pflanze

"Kulturpflanze"

20.04.2010 - Im eigenen Garten
20.04.2010 - Im eigenen Garten

Der Garten-Kerbel in der Fachliteratur

Der Garten-Kerbel ist unter dem Namen "cerefolium" die Nummer 70 des Kapitel LXX des Capitulare de Villis von Karl dem Großen.

Der Mönch Walahfried Strabo von der Reichenau schreibt schon in seinem Lehrgedicht "Liber de Cultura Hortorum" (auch "Hortulus" genannt) aus dem Jahr 827 über den Garten-Kerbel: "Cerefolium"

Auch Hildegard von Bingen (1098 - 1179) hat über die Heilwirkung des Garten-Kerbels geschrieben (siehe Karl Heinz Reger, "Hildegard Medizin. Die natürlichen Kräuterrezepte und Heilverfahren der hl. Hildegard von Bingen", Orbis Verlag 1998).

Sehr umfassend informiert Gernot Katzer im Internet über den Kerbel, besonders auch unter dem Aspekt der Etymologie und internationalen Verwendung inkl. Rezepten: gernot-katzers-spice-pages.com

Originell und sachkundig befasst sich Jürgen Feder in seinem Buch "Feders Kleine Kräuterkunde" von 2017 mit kulinarischen und sonstigen Anwendungen des Garten-Kerbels. Er hat ihn im Märkischen Oderlandreichlich in der Natur gefunden (S. 149f).

Zahlreiche schöne Fotos und Informationen zum Garten-Kerbel findet man auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.

Laut www.floraweb.de liegen für den Garten-Kerbel keine Angaben zur Nutzung durch Schmetterlinge vor.

 

Hunnius, Pharmazeutisches Wörterbuch, 4. Aufl. 1966:

25.05.2010 - Im eigenen Garten
25.05.2010 - Im eigenen Garten

Ich liebe Kerbel als Küchengewürz und habe immer Wert darauf gelegt, ihn im Garten zu haben.

Meine Kerbel-Arten nebeneinander (mit Blühmonaten)