Aesculus - Rosskastanie

Familie: Sapindaceae - Seifenbaumgewächse

Laut "Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, 2011" gibt es weltweit 13 "Aesculus"-Arten; für Deutschland werden dort 3 Arten beschrieben.

Aesculus hippocastanum - Gewöhnliche Rosskastanie

Stammt aus Südosteuropa; Neophyt im 16. Jahrh., meist unbeständig

"Kulturpflanze"

Park-, Straßen und gelegentlich Forstbaum

Gilt in Deutschland als unbeständiger Neophyt

Die Gewöhnliche Rosskastanie ist für Vieh giftig!

2005: "Baum des Jahres"

2008:  "Arzneipflanze des Jahres"  (siehe www.welterbe-klostermedizin.de)

Heilpflanze

Hippocastani cortex, Roßkastanienrinde und Hippocastani flos, Roßkastanienblüten, sowie Hippcastanii folium, Roßkastanienblätter,  sind vom Bundesgesundheitsamt jeweils mit einer Negativ-Monographie bedacht worden;

Hippocastani semen, Roßkastaniensamen, in Form eines standardisierten Trockenextrakts,  sind vom Bundesgesundheitsamt mit einer Positiv-Monographie bedacht worden:

www.heilpflanzen-welt.de/buecher/BGA-Kommission-E-Monographien/

Symbolisches

Rosemarie Gebauer, eine Diplombiologin, die sich auf botanisch-literarische Zusammenhänge spezialisiert hat, befasst sich in ihrem sehr schön gestalteten  Büchlein  "“Frau Haselin und Drecksäck. Die wunderbare Welt unserer Bäume und Sträucher“ von 2016 damit, welche Rolle bestimmte Bäume und Sträucher in unserer Vergangenheit und in der Welt der Dichter und Maler, der Märchen und Sagen spielen. Dabei erklärt sie auch ihre verschiedenen Namen und außerdem  auf anschauliche Weise botanische Besonderheiten. 

 

Der Rosskastanie widmet sie dabei ein eigenes Kapitel.


Die Rosskastanie in der Fachliteratur

Die Roßkastanie hat im "Lehrbuch der biologischen Heilmittel" (Bd. 3) von Gerhard Madaus (1938) ein eigenes Kapitel.

Ein Portrait der Rosskastanie findet sich auf einer Internetseite der Forschergruppe Klostermedizin, siehe www.welterbe-klostermedizin.de

"Chestnut Bud" (Kastanienknospe) ist die Nummer 7 der Bachblüten mit dem Thema "Lernfähigkeit" (Ilse Maly, Bachblüten als Chance und Hilfe, Knaur 1999).

"White Chestnut" ist die Nummer 35 der Bachblüten mit dem Thema "Sammlung, Konzentration" (Ilse Maly, Bachblüten als Chance und Hilfe, Knaur, 1999).

Steffen Guido Fleischhauer hat die Rosskastanie in seine "Kleine Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen" von 2010 aufgenommen.

Roger Kalbermatten schreibt über die Rosskastanie in seinem Buch "Wesen und Signatur der Heilpflanzen. Die Gestalt als Schlüssel zur Heilkraft der Pflanzen", AT Verlag, 7. Aufl. 2011 unter den Aspekten "Selbstkontrolle, Sammlung, Ernst und Fröhlichkeit, Licht im Dunkel".

Laut Wolf-Dieter Storl in "Wandernde Pflanzen. Neophyten, die stillen Eroberer. Ethnobotanik, Heilkunde und Anwendungen", AT Verlag 2012, S. 51 wurde die aus dem südlichen Balkan und Kleinasien stammende Rosskastanie in der Barockzeit zum Modebaum. Seit 1984 muss  der Baum sich gegen die aus Mazedonien stammende Miniermotte wehren.

Die Rosskastanie ist laut www.floraweb.de  Raupen-Futterpflanze für zwei Falter-Arten. 

Eine Beschreibung und Fotos der Rosskastanie findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz

Die Rosskastanie wird im Arzneipflanzenlexikon der Kooperation Phytopharmaka ausführlich beschrieben

(siehe www. arzneipflanzenlexikon.info).

 

Hunnius, Pharmazeutisches Wörterbuch, 4. Aufl. 1966:

23.04.2016 - In Rottweil
23.04.2016 - In Rottweil

Rosskastanie und Birke treiben im Frühling die ersten Blätter.

 

 

 

 

 

29.04.2014 - Weingarten, Münsterplatz
29.04.2014 - Weingarten, Münsterplatz

Die Blüte von Kulturapfel, Flieder und Rosskastanie kennzeichnen den Vollfrühling. 

08.05.2015 - Dresden, Herkules-Allee
08.05.2015 - Dresden, Herkules-Allee


09.06.2015 - Im Zabergäu
09.06.2015 - Im Zabergäu


Meine Erfahrungen mit der Rosskastanie

In meiner Kindheit haben wir jeden Herbst fleißig Rosskatanien gesammelt und auf das Forstamt als Wildfutter gebracht, weil man dafür ein paar Pfennige bekommen hat.

 

Ich weiß, dass Rosskastanien auf das venöse System positiv wirken und habe früher schon einmal entsprechende Fertigpräparate mit Erfolg benützt.

 

Als Handschmeichlebei Rheuma, Bastel- und Dekomaterial kenne ich sie natürlich auch.

 

Am allermeisten schätze ich den herrlichen Baum als Schattenspender in Biergärten oder auch Kaffeehausgärten an heißen Sommertagen, am liebsten in gekiesten Gärten.  Aber auch Kastanienalleen  und einzelne Kastanienbäume erfreuen mich von der Blattbildung im Frühjahr bis zum Laubabwurf. Nur schade, dass so viele Bäume von dieser Milbenkrankheit befallen sind und ihre Blätter schon lange vor der Zeit verlieren.

 

Ich finde die Kastanienfrüchte zwar sehr schön, aber es macht mich immer auch ein bißchen wehmütig, sie auf der Erde liegen zu sehen, weil sie den Frühherbst anzeigen.

Aesculus x carnea - Rotblütige Rosskastanie

Allee- und Straßenbaum

Die Rotblütige Kastanie in der Fachliteratur

"Red Chestnut" ist die Nummer 25 der Bachblüten mit dem Thema "Gelassenheit und Vertrauen" (Ilse Maly, Bachblüten als Chance und Hilfe, Knaur 1999). 

Peter Emrich schreibt dazu im "Naturarzt 6/2019" einen Artikel "Sorgen vertreiben mit der roten Kastanie".

Zahlreiche schöne Fotos und Informationen zur Rotblütigen Rosskastanie findet man auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz

Laut www.floraweb.de liegen für die Rotblütige Kastanie keine Angaben zur Nutzung durch Schmetterlinge vor.

12.08.2017 - In Furt bei Obereschach im südlichen Kreis Ravensburg
12.08.2017 - In Furt bei Obereschach im südlichen Kreis Ravensburg
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12.08.2017 - In Furt bei Obereschach im südlichen Kreis Ravensburg
12.08.2017 - In Furt bei Obereschach im südlichen Kreis Ravensburg
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Aesculus flava - Gelbe Rosskastanie

Fremdländische Pflanze

28.06.2018 - Im Schlosspark von Greiz
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