Anagallis arvensis - Acker-Gauchheil

Neuerdings auch: Lysimachia avensis (wobei derzeit noch keine Eingikeit über die wissenschaftliche Taxonomie besteht)

Eventuell ursprünglich mediterrane Pflanze

"Unkraut- oder Ruderalpflanze"

Namen

Englisch: Scarlet Pimpernel

Französisch: Mouron des champs

Italienisch: Centonchio dei camps

Laut "Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, 2011" gibt es weltweit 28 "Anagallis"-Arten; für Deutschland werden dort 3 Arten beschrieben.

Der Acker-Gauchheil ist für Vieh giftig!

07.08.2010 - Im eigenen Garten
07.08.2010 - Im eigenen Garten

Der Acker-Gauchheil ist in Oberschwaben häufig anzutreffen. Früher wuchs er auch in meinem Garten, heute auf meiner Dachterrasse.

Symbolisches

Rosemarie Gebauer, eine Diplombiologin, die sich auf botanisch-literarische Zusammenhänge spezialisiert hat, geht in ihrem sehr schön gestalteten  Büchlein  "Jungfer im Grünen und Tausendgüldenkraut. Vom Zauber alter Pflanzennamen" von 2015 in einem eigenen kleinen Kapitel der Frage nach, wie der Acker-Gauchheil zu seinem deutschen und lateinischen Namen gekommen ist und macht dabei auch auf botanische Besonderheiten aufmerksam.

23.06.2010 - Im eigenen Garten
23.06.2010 - Im eigenen Garten

Hinsichtlich der Blätter besteht Verwechslungsmöglichkeit mit Sternmiere- und Tausendgül-denkraut-Arten.

 

23.06.2010 - Im eigenen Garten
23.06.2010 - Im eigenen Garten

Der Acker-Gauchheil in der Fachliteratur

Der Acker-Gauchheil hat im "Lehrbuch der biologischen Heilmittel" (Bd. 3) von Gerhard Madaus (1938) ein eigenes Kapitel.

Apotheker Mannfried Pahlow macht in seinem Buch "Das große Buch der Heilpflanzen. Gesund durch die Heilkräfte der Natur", Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 2001, auf das Potential des Acker-Gauchheils als Heilpflanze aufmerksam, rät aber von einer Selbstbehandlung auf jeden Fall ab.

Dr. Claudia Urbanovsky beschreibt in Ihrem Buch "Der Garten der Druiden.Das geheime Kräuterwissen der keltischen Heiler" von 2008 den Acker-Gauchheil als von den Druiden genutzte Heilpflanze.

Steffen Guido Fleischhauer hat den Acker-Gauchheil in seine "Kleine Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen" von 2010 aufgenommen, warnt aber vor seiner Giftigkeit.

Eine Beschreibung des Acker-Gauchheils findet sich bei Jürgen Feder, 2014

Laut Wolf-Dieter Storl in "Wandernde Pflanzen. Neophyten, die stillen Eroberer. Ethnobotanik, Heilkunde und Anwendungen", AT Verlag 2012, S. 130,  gehört der Acker-Gauchheil zu den alten Ackerunkräutern (Archäophyten), die vor 6000 Jahren mit der neolithischen Lebensweise von Südosten her Mitteleuropa zunehmend besiedelt haben.

Eine Beschreibung und Fotos der Weiß-Tanne findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org (hier unter dem Namen "Lysimachia arvensis") und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.

Laut www.floraweb.de liegen für den Acker-Gauchheil keine Angaben zur Nutzung durch Schmetterlinge vor.

 

Hunnius, Pharmazeutisches Wörterbuch, 4. Aufl. 1966:

01.05.2019 - Toskana, Halbinsel Monte Argentario
01.05.2019 - Toskana, Halbinsel Monte Argentario

Der Acker-Gauchheil kommt auch, vor allem im Süden, mit blauen Blüten vor.

23.07.2019: Da der Acker-Gauchheil auf meiner Dachterrasse wächst, konnte ich mir seine Früchte und Samen einmal ganz genau ansehen (wobei 1 Karo 5 mm im Quadrat entspricht):

Anagallis foemina - Blauer Gauchheil

Neuerdings auch: Lysimachia avensis var. caerulea (wobei derzeit noch keine Eingikeit über die wissenschaftliche Taxonomie besteht; auch nicht darüber ob es sich hier um eine eigene Art handelt oder um eine Unterart des Acker-Gauhheils)

Eventuell ursprünglich mediterrane Pflanze

"Unkraut- oder Ruderalpflanze"

Namen

Französisch: Mouron femelle

Italienisch: Centonchio azzurro

20.02.2018 - Uferpromenade von San Andrés im Nordosten von La Palma
20.02.2018 - Uferpromenade von San Andrés im Nordosten von La Palma

Der Blaue Gauchheil ist viel seltener als der Acker-Gauchheil. Er kommt zwar in Baden-Württemberg vor, jedoch nicht in Oberschwaben.

Der Blaue Gauchheil in der Fachliteratur

Eine Beschreibung und Fotos des blauen Gauchheils findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org (hier unter dem Namen "Lysimachia foemina") und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.

Meine Gauchheil-Arten nebeneinander (mit Blühmonaten)