"Pflanzengesellschaften"

"Pflanzengesellschaften" schreibe ich in Anführezeichen, um von vornherein deutlich zu machen, dass ich mir nicht anmaße, Pflanzensoziologie im  wissenschaftlichen Sinn betreiben zu können. Ich kann nicht mehr tun, als meine vielen Pflanzenfotos hier auch unter dem "geselligen Aspekt" nach Kategorien, die andere entwickelt haben, anzuordnen.

 

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass zu Beginn meiner Botanisiertätigkeit in den späten 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts Pflanzengesellschaften bereits ein Thema waren. Man hat damals die Pflanzen eben bestimmten Lebensräumen zugeordnet. Mich interessiert die Betrachtung der Pflanzen unter soziologischem Aspekt, sowohl hinsichtlich der örtlichen und klimatischen Gegebenheiten als auch hinsichtlich des bevorzugten Auftretens als Einzelwesen oder in kleinen bis mehr oder weniger großen Gruppen.

 

Die erste Anregung zur näheren Beschäftigung mit den "Pflanzengesellschaften" ging von dem schönen Buch mit dem Titel "Die Pflanzenwelt der Schwäbischen Alb, 3. Aufl. 2016" von Thomas Pfündel, Eva Walter und Theo Müller aus, das mir David und Dorothee im Frühjahr 2021 geschenkt haben. Vielen Dank dafür! In diesem Buch werden explizit die unterschiedlichen Standorte mit den jeweils typischen Pflanzengesellschaften auf der Schwäbischen Alb vorgestellt.

 

Dann habe ich mich erinnert, dass auch das mich sehr beeindruckende Buch "Flora Vegetativa. Ein Bestimmungsbuch für Pflanzen der Schweiz im blütenlosen Zustand, 2. Aufl. 2009" von Stefan Eggenberg und Adrian Möhl  ausführliche pflanzensoziologische Angaben macht und festgestellt, dass hier diese komplizierte Materie in einer Weise dargestellt wird, dass sie sogar für eine Hobbybotanikerin wie mich einen gewissen Zugang bietet und weiteres Interesse weckt. Die Beschäftigung mit diesem Ansatz hat mich schließlich zu dem fantastischen Buch "Lebensräume der Schweiz. Ökologie - Gefährdung - Kennarten " von Raymond Delarze, Yves Gonseth, Stefan Eggenberg, Mathias Vust, 2015" geführt. Hier werden 225 unterschiedliche Lebensraumtypen der Schweiz auf hohem wissenschaftlichen Niveau und trotzdem sehr verständlich und anschaulich behandelt. Und somit hebt sich dieses Buch von anderen Darstellungen der Pflanzensoziologie, die mir bis jetzt begenet sind, deutlich ab. 

Die schweizer Seite www.infoflora.ch verwendet mit "Typo CH Klassifikation" diesen Ansatz. 

 

Last not least möchte ich an dieser Stelle auch den Artikel "Botanischer Streifzug durch Oberschwaben" von Helmut Herwanger in "OBERSCHWABEN NATURNAH, Zeitschrift des Bundes für Naturschutz in Oberschwaben e.V. & des Naturschutzzentrums Bad Wurzach, Jubiläumsheft 2009" zitieren, der hier eine markante Auswahl der Wildpflanzen Oberschwabens nach Lebensräumen darstellt. Oberschwaben ist nun einmal meine unmittelbare Umgebung und es macht mir Freude, meine eigenen Pflanzenfunde hier einzubringen.

 

Mein Vorhaben wird viel Zeit brauchen und nur allmählich voranschreiten können.