Caltha palustris - Sumpf-Dotterblume

Familie: Hahnenfußgewächse - Ranunculaceae

Eurosibirisch-nordamerikanische Pflanze

"Sumpfpflanze"

Namen

Englisch: Kingcup, Marsh Marigold

Französisch: Populage des marais

Italienisch: Calta palustre, Farferugine

Die Sumpf-Dotterblume ist giftig!

Floraweb: Vorwarnstufe aufgrund Gefährdung wegen zurückgehender Bestände!

1999:  "Blume des Jahres"

Laut "Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, 2011" gibt es weltweit 12 "Caltha"-Arten; für Deutschland wird dort 1 Art beschrieben.

Sebald, Seybold, Philippi, 1993, Bd. 1, S. 245, sprechen von 40 Arten, die in den außertropischen Gebieten der Nord- und Südhemisphäre verbreitet sind. In Baden-Württemberg ist nur die Sumpf-Dotterblume, Caltha palustris, heimisch.

21.04.2012 - An der Wolfegger Ach
21.04.2012 - An der Wolfegger Ach

Die Sumpf-Dotterblume in der Bildenden Kunst

Die Sumpf-Dotterblume wurde von Basilius Besler für sein 1613 veröffentliches Buch "Hortus Eystettensis", ein Dokument  des berühmten Gartens von Eichstätt, nach der Natur in Kupfer gestochen (Tafel 364).

21.04.2012 - An der Wolfegger Ach
21.04.2012 - An der Wolfegger Ach

Die Sumpf-Dotterblume in der Fachliteratur

Prof. Dr. O. Schmeil hat die Sumpf-Dotterblume mit einer schönen nach der Natur gemalten Abbildung in "Pflanzen der Heimat Band I", 1927, aufgenommen. Er beschreibt sie dort als eine Pflanze, die sich mit ihrer Wurzel und ihren Blättern daran angepasst hat, dass ihr an ihrem Standort immer reichlich Wasser zur Verfügung steht. Ihre Knospen sollen als "deutsche Kapern" gesammelt und verspeist werden. Von Weidetieren wird sie aufgrund ihrer Giftigkeit gemieden. 

Die Sumpf-Dotterblume hat im "Lehrbuch der biologischen Heilmittel" (Bd. 4)  von Gerhard Madaus (1938) ein eigenes Kapitel.

Laut Rita Lüder, Grundkurs der Pflanzenbestimmung, 2006, S. 47, handelt es bei der Sumpf-Dotterblume  um eine sogenannte „Zeigerpflanze“: sie kommt vor allem auf feuchten Standorten vor und gilt als „Feuchtezeiger“.

Eine Beschreibung der Sumpf-Dotterblume findet sich bei  Jürgen Feder, 2014.

Eine Beschreibung und schöne Fotos der Sumpf-Dotterblume findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz  und, sogar in deutscher Sprache, auf der finnischen Seite www.luontoportti.com/suomi/de.

Die Sumpf-Dotterblume ist laut www.floraweb.de als Raupen-Futterpflanze für 3 Falterarten und Nektarpflanze für 1 Tagfalter.

Die Sumpf-Dotterblume wird auf der Homepage des Botanischen Gartens der Universität Rostock im Monat April 2011 sehr schön als Pflanze des Monats beschrieben, siehe www.garten.uni-rostock.de.

Über die Sumpf-Dotterblume gibt es auf der Seite www.giftpflanzen.com von B. Bös ein eigenes Kapitel.

 

Hunnius, Pharmazeutisches Wörterbuch, 4. Aufl. 1966:

08.04.2020 - Streuwiese beim Rösslerweiher
08.04.2020 - Streuwiese beim Rösslerweiher

Zur Sumpf-Dotterblume habe ich bei Rothmaler, 2011, gefunden:

Blühmonate: April-Juni

Standorte: Sumpfwiesen, Quellen, Bäche Gräben, Bruch- und Auenwälder, nährstoffanspruchsvoll

Häufigkeit: in allen Bundesländern "gemein", d.h. Vorkommen in über 90 % der Kartierflächen, aber in Nord-Thüringen, Nord-Sachsen und Sachsen-Anhalt nur verbreitet, d.h. Vorkommen in 40-90 % der Kartierflächen und im Mitteldeutschen Trockengebiet zerstreut, d.h. Vorkommen in 5-40 % der Kartierflächen.

Areal: submeridional/montanes bis arktisches Florengebiet zirkumpolar, sowohl im ozeanischen als auch im mäßig kontinentalen Klima vorkommend (Stufe 1-8 auf der 10-stufigen pflanzengeographischen Kontinentalitätsskala).

Sommergrün

Halbrosettenpflanze

Hemikryptophyt (Überdauerungsknospen in Höhe der Erdoberfläche) oder Helophyt (Überdauerungsknospen im Sumpfboden)

Staude

Rhizom und Legtriebe (keine Bildung von sprossbürtigen Wurzeln)

Insektenbestäubung: Zwei- und Hautflügler, Käfer

Wasserausbreitung der Samen: Regenschleuderer, Schwimmsamen; Frucht bei Feuchte geöffnet

Samen kurzlebig (1-2 Jahre)?

Licht-Kältekeimer

Zeigerwerte: 

Vergesellschaftung: wächst im Verband "Eutrophe Nasswiesen" (V Calthion palustris, V Calth.), in der Ordnung "Röhrichte und Großsseggenriede" (O Phragmitetalia australis; O Phragm.), in den Verbänden "Erlenbruchwälder" (V Alnion glutinosae; V Aln.) und "Hartholz-Auenwälder" (V Alno-Ulmion; V Alno-Ulm.) und in der Ordnung "Quellfluren" (O Montio-Cardaminetalia; O Mont.-Card.).

Giftig

Formenreich

12.04.2016 - Im Naherholungsgebiet Tannenbühl bei Bad Waldsee
12.04.2016 - Im Naherholungsgebiet Tannenbühl bei Bad Waldsee
16.04.2013 -
16.04.2013 -
18.05.2012 - Streuwiese beim Metelisweiher
18.05.2012 - Streuwiese beim Metelisweiher
In meinem Herbarium von 1969
In meinem Herbarium von 1969

Aus dem Herbarium von Dr. Wolf von Thun, Herbolzheim: