Familie: Baldriangewächse - Valerianaceae
Mediterrane Pflanze
Zierpflanze, zuweilen verwildert, "Pionierpflanze", "Neophyt"
Gilt laut Floraweb in Deutschland als eingebürgerter Neophyt
Namen
Englisch: Red Valerian
Französisch: Centranthe rouge
Italienisch: Camarezza comune, Centranto rosso, Valeriana rosso
Spanisch: Valeriana roja
Laut "Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, 2011" gibt es weltweit 9 "Centranthus"-Arten; für Deutschland wird dort 1 Art beschrieben.
Sebald, Seybold, Philippi und Wörz, 1996, Bd. 6, S. 34, sprechen auch von 9 Arten und 7 Unterarten, von denen 8 in Europa vorkommen. In Baden-Württemberg kommt vor allem Centranthus ruber als Zierpflanze mit ausgeprägter Verwilderungstendenz vor. Zwei weitere Arten (C. calcitrapae und C. angustifolius kommen nur selten als Zier- bzw. Adventivpflanzen vor.
In Oberschwaben kommt die Rote Spornblume bis jetzt nur als Zierpflanze vor.

Hinsichtlich der Blätter besteht Verwechslungsmöglichkeit u.a. mit dem Echten Seifenkraut.
Die Rote Spornblume wurde von Basilius Besler für sein 1613 veröffentliches Buch "Hortus Eystettensis", ein Dokument des berühmten Gartens von Eichstätt, nach der Natur in Kupfer gestochen (Tafel 151 "Valeriana rubra").
Dieser Garten wurde in den 1990-er Jahren als Informationsgarten zur Pflanzenwelt des historischen "Hortus Eystettensis", den Basilius Besler ab 1592 angelegt hatte, gestaltet. Der heutige Bastionsgarten zeigt in etwa die Hälfte der über 1000 im Kupferstichwerk gezeigten Pflanzen.
Eine Beschreibung und schöne Fotos der Roten Spornblume findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.
Die Rote Spornblume ist laut www.floraweb.de Raupen-Futterpflanze für 1 Falterart (Eulenfalter).
Über die Rote Spornblume gibt es auf der Seite www.giftpflanzen.com von B. Bös ein eigenes Kapitel.
Blühmonate: Mai bis Juli
Zierpflanze
Auch: Mauern, Felsspalten
Häufigkeit: "zerstreuter" Neophyt, kommt in 5-40% der Kartierflächen vor, in Baden-Württtemberg, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein (Helgoland); "seltener" Neophyt, kommt in bis zu 5% der Kartierflächen vor, in Bayern und Hessen; unbeständiger Neophyt: zerstreut in Nordrhein-Westfalen und Südwest-Niedersachsen; selten in Mittel- und Nord-Bayern
Areal: meridionales bis submeridionales Europa, nur im ozeanischen Klima vorkommend (Stufe 2-4 auf der 10-stufigen pflanzengeographischen Kontinentalitätsskala).
Teilimmergrün
Rosettenlos
Hemikryptophyt: Überdauerungsknospen in Höhe der Erdoberfläche
Staude
Pleiokorm: verzweigter, oft verholzter Bodenspross, der trotz möglicher sprossbürtiger Bewurzelung auf die Verbindung mit der Primärwurzel angewiesen bleibt
Insektenbestäubung: Falter, Bienen
Vormännlichkeit: die Staubblätter geben den Pollen ab, bevor die Narbe der Blüte oder der Blüten des Blütenstandes) belegt werden kann, dadurch wird Fremdbestäubung erreicht
Windausbreitung der Samen
Dunkelkeimer
Zeigerwerte:
Vergesellschaftung: wächst in der Ordnung "Glaskraut-Mauerfugen-Ges." (O Parietarietalia judaicae; O Pariet.)
30.09.2025 - Sizilien, Forza d'Agró: