Syringa vulgaris - Flieder

Familie: Ölbaumgewächse - Oleaceae

Stammt aus Südosteuropa

"Kulturpflanze"

"Staatsblume" des US-Bundesstaats New Hampshire (lt. Wikipedia) 

Laut "Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, 2011" gibt es weltweit 20 Flieder-Arten; für Deutschland wird dort 1 Art beschrieben.

 

Weißer Flieder

 

Naß war der Tag - die schwarzen Schnecken krochen,

Doch als die Nacht schlich durch die Gärten her,

Da war der weiße Flieder aufgebrochen,

Und über alle Mauern hing er schwer.

 

Und über alle Mauern tropften leise

Von bleichen Trauben Perlen groß und klar,

Und war ein Duften rings, durch das die Weise

Der Nachtigall wie Gold geflochten war.

 

                                       Börries von Münchhausen

 

Symbolisches

Rosemarie Gebauer, eine Diplombiologin, die sich auf botanisch-literarische Zusammenhänge spezialisiert hat, befasst sich in ihrem sehr schön gestalteten  Büchlein  "“Frau Haselin und Drecksäck. Die wunderbare Welt unserer Bäume und Sträucher“ von 2016 damit, welche Rolle bestimmte Bäume und Sträucher in unserer Vergangenheit und in der Welt der Dichter und Maler, der Märchen und Sagen spielen. Dabei erklärt sie auch ihre verschiedenen Namen und außerdem  auf anschauliche Weise botanische Besonderheiten. 

Dem Flieder widmet sie darin ein eigenes Kapitel.

 

 

Frühling

 

Die Vögel jubeln - lichtgeweckt-,

die blauen Weiten füllt der Schall aus;

im Kaiserpark das alte Ballhaus

ist ganz mit Blüten überdeckt.

 

Die Sonne schreibt sich hoffnungsvoll

ins junge Gras mit großen Lettern.

Nur dorten unter welken Blättern

seufzt traurig noch ein Steinapoll.

 

Da naht ein Lüftchen, fegt im Tanz

hinweg das gelbe Blattgeranke

und legt um seine Stirn, die blanke,

den blauenden Syringenkranz.

 

                                     Rainer Maria Rilke

 

 

ROTKEHLCHEN auf dem Zweige hupft -

                                wipp, wipp! -,

               Hat sich ein Beerlein abgezupft -

                                knipp, knipp! -,

               Läßt sich zum klaren Bach hernieder,

               Tunkt 's  Schnäblein ein und hebt es wieder -

                                stipp, stipp, nipp, nipp! -

               Und schwingt sich wieder in den Flieder.                   

 

               Es singt und piepst ganz allerliebst -

                                 zipp, zipp, zipp, zipp, trili! -   

               Sich seine Abendmelodie,

               Steckt 's  Köpfchen dann ins Federkleid

               Und schlummert bis zur Morgenzeit.

 

                                                   Wilhelm Busch

               

 

 

Flieder (Syringa vulgaris)

 

 

 

Siehst du die Laube dort, voll weißer und blaulicher

Blüthen,

Duft umweht, und es singt Nachtigall friedlich darauf?

Siehst du den Vater darin, die Mutter, und fröhliche Kinder?

Flieder, dich wähl' ich zum Bild holden Familienglücks.

 

                                   Ludwig Bechstein (1801 - 1860),

                                   Die Blumen und das Leben

                                      

 

 

 

(veröffentlicht 1827 in Idunna. Jugend-Zeitung für Schule, Haus und Welt)

 

 

Bei der Gedichtsammlung "Die Blumen und das Leben" handelt es sich im ein Blumen-Alphabet. Interessant zu wissen, dass Ludwig Bechstein zunächst Apotheker war.

Weitere Gedichte vom Flieder:

Von Gerlinde Sauter, Jahrgang 1929 weiß ich, dass Im Schwäbischen der Flieder früher auch "Siringa" genannt wurde. 

 

 

Der Flieder in der Fachliteratur

Zahlreiche schöne Fotos und Informationen zum Flieder findet man auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz

 

Hunnius, Pharmazeutisches Wörterbuch, 4. Aufl. 1966:


05.05.2018 - Wandlitz bei Berlin
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