Paeonia spec. - Pfingstrose-Arten

Familie: Pfingstrosengewächse - Paeoniaceae

Weltweit werden der Gattung "Paeonia" 25-40 Arten zugerechnet; in Deutschland ist nach Rothmaler (Exkursionsflora von Deutschland, 2011) nur 1 Art heimisch.

Paeonia officinalis - Pfingstrose

Südeuropäische Pflanze

"Waldpflanze"

Die Pfingstrose ist giftig!

Heilpflanze

Paeoniae flos, Pfingstrosenblüten, und Paeonia radix, Pfingstrosenwurzel, sind vom Bundesgesundheitsamt mit einer Negativ-Monographie bedacht worden:

www.heilpflanzen-welt.de/buecher/BGA-Kommission-E-Monographien/

 

Pfingstrose (Paeonia officinalis)

 

 

Weitausbreitend die Blätter, erscheint stolzprangend die

Blume,

duftlos und anmuthlos dünkt sie sich Rose zu seyn.

Sehet des Hochmuths Bild und stolz sich blähenden Dünkels!

Schönes ist doppelt schön, wenn es Bescheidenheit ziert.

 

                                      Ludwig Bechstein (1801 - 1860),

                                      Die Blumen und das Leben

                                      

 

  

 

(veröffentlicht 1827 in Idunna. Jugend-Zeitung für Schule, Haus und Welt)

 

Bei der Gedichtsammlung "Die Blumen und das Leben" handelt es sich im ein Blumen-Alphabet. Interessant zu wissen, dass Ludwig Bechstein zunächst Apotheker war. Aber welch hartes Urteil über die arme Pfingstrose!

Symbolisches

Die Pfingstrose hat bei Marianne Beuchert in "Symbolik der Pflanzen" ein eigenes kleines Kapitel (S. 263).

Die Pfingstrose ist eine "Marienpflanze".

Berühmte Darstellungen

Martin Schongauer, "Madonna im Rosenhag", 1473, Dominikanerkirche Colmar (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Schongauer)

Die Pfingstrose in der Fachliteratur

Hildegard von Bingen (1098 - 1179) hat sich ausgiebig mit der Pfingstrose als Heilpflanze auseinandergesetzt,

siehe www.welterbe-klostermedizin.de und Karl Heinz Reger, "Hildegard Medizin. Die natürlichen Kräuterrezepte und Heilverfahren der hl. Hildegard von Bingen", Orbis Verlag 1998).

Die Pfingstrose hat im Lehrbuch der biologischen Heilmittel" (Bd. 9) von Gerhard Madaus (1938) ein eigenes Kapitel.

Eine Beschreibung der Pfingstrose findet sich bei Paula Kohlhaupt, 1967 Band 1.

Der Apotheker Mannfried Pahlow stellt in "Das große Buch der Heilpflanzen. Gesund durch die Heilkräfte der Natur" von  2001 die Pfingstrose als Heilpflanze aus alten Arznei- und Käuterbüchern vor. 

Eine Beschreibung und schöne Fotos der Pfingstrose findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.

Christian Rätsch beschreibt die Pfingstrose in seinem Buch "Heilpflanzen der Antike. Mythologie, Heilkunst und Anwendung" von 2015.

 

Hunnius, Pharmazeutisches Wörterbuch, 4. Aufl. 1966:

Die Pfingstrose in meinem Garten

 

Der alte Garten

 

Kaiserkron und Paeonien rot,

Die müssen verzaubert sein,

Denn Vater und Mutter sind lange tot,

Was blühn sie hier so allein?

 

Der Springbrunn plaudert noch immerfort

Von der alten schönen Zeit,

Eine Frau sitzt eingeschlafen dort,

Ihre Locken bedecken ihr Kleid.

 

Sie hat eine Laute in der Hand

Als ob sie im Schlafe spricht,

Mir ist, als hätt ich sie sonst gekannt -

Still, geh vorbei und weck sie nicht!

 

Und wenn es dunkelt das Tal entlang,

Streift sie die Saiten sacht,

Da gibts einen wunderbaren Klang

Durch den Garten die ganze Nacht.

 

                        Joseph v. Eichendorff

 

Paeonia tenuifolia - Netzblatt-Pfingstrose

Fremdländische Pflanze; Heimat: SO-Europa, Kleinasien, Kaukasus

06.05.2016 - Botanischer Garten Adorf im Vogtland
06.05.2016 - Botanischer Garten Adorf im Vogtland

Die Netzblatt-Pfingstrose in der Fachliteratur

Zahlreiche schöne Fotos und Informationen zur Netzblatt-Pfingstrose findet man auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz

06.05.2016 - Botanischer Garten Adorf im Vogtland
06.05.2016 - Botanischer Garten Adorf im Vogtland