Linum spec. - Lein-Arten

Familie: Leingewächse - Linaceae

Laut "Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, 2011" gibt es weltweit 180 "Lein"-Arten; für Deutschland werden dort 9 Arten beschrieben.

Linum catharticum - Purgier-Lein, Wiesen-Lein

Europäisch-westasiatische Pflanze

"Sumpfpflanze"

Früher Heilpflanze 

Der Purgier-Lein in der Fachliteratur

Der Purgier-Lein hat im "Lehrbuch der biologischen Heilmittel" (Bd. 8) von Gerhard Madaus (1938) ein eigenes Kapitel.

Der Apotheker Mannfried Pahlow stellt in "Das große Buch der Heilpflanzen. Gesund durch die Heilkräfte der Natur" von  2001 den Purgier-Lein als Heilpflanze aus alten Arznei- und Käuterbüchern vor. 

Eine Beschreibung und schöne Fotos des Purgier-Leins findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.

 

Hunnius, Pharmazeutisches Wörterbuch, 4. Aufl. 1966:


Hinsichtlich der Blätter besteht Verwechslungsmöglichkeit mit Arenaria und Silene-Arten.

 

Linum usitatissimum - Saat-Lein, Flachs

"Kulturpflanze"

Entstanden aus Linum bienne/ Wild-Lein (westmediterrane Trockenpflanze)

2005: "Heilpflanze des Jahres"

Heilpflanze

Lini semen, Leinsamen, sind vom Bundesgesundheitsamt mit einer Positiv-Monographie bedacht worden;

www.heilpflanzen-welt.de/buecher/BGA-Kommission-E-Monographien/

Faser- und Ölpflanze seit der Jungsteinzeit

Der Saat-Lein in der Fachliteratur

Schon Hildegard von Bingen (1098 - 1179) hat über die Heilwirkung des Saat-Leins geschrieben (siehe Karl Heinz Reger, "Hildegard Medizin. Die natürlichen Kräuterrezepte und Heilverfahren der hl. Hildegard von Bingen", Orbis Verlag 1998).

Sebastian Kneipp schreibt in seinem  erstem  Werk "Meine Wasserkur" von 1886 über den Leinsamen als Heilpflanze und empfiehlt geschroteten Leinsamen für die Hausapotheke.

Der Saat-Lein hat im "Lehrbuch der biologischen Heilmittel" (Bd. 8) von Gerhard Madaus (1938) ein eigenes Kapitel.

Für Dr. med. Josef H. Kaiser ist der Lein eine wirklich wertvolle Pflanze und er führt in "Das große Kneipp-Hausbuch" von 1975 seine innerliche und äußerliche Anwendung noch weiter aus.

Dem Leinsamen ist im "Ärztebuch der Heilkraft unserer Lebensmittel" von Selene Yeager u.a. (1998) ein eigenes Kapitel gewidmet: "Leinsamen. Gut für's Herz und vieles mehr. Heilwirkung: Verbessert die Nierenfunktion. Vermindert das Risiko von Herzerkrankungen. Schützt vor Krebs" (S. 216).

Nach Steffen Guido Fleischhauer in "Kleine Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen" von 2010 sind auch die Blätter des Echten Leins frisch oder erhitzt essbar.

Claudia Ritter trägt in ihrem Buch "Heimische Nahrungspflanzen als Heilmittel. Gemüse, Früchte und Getreide - von Ackerbohne bis Zwiebel Pflanzenkunde, Heilanwendungen und Rezepte" von 2013 Wissenswertes über den Lein zusammen.

Eine Beschreibung und schöne Fotos des Saat-Leins findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.

Flachs ist eine besonders alte Kulturpflanze der Faser- und Ölgewinnung und wurde bereits vor 6000 bis 8000 Jahren von den Sumerern und Ägyptern angebaut und auch schon in der jüngeren Steinzeit verwendet. Der mitteleuropäische Raum erlangte durch seine hochwertige Leinenproduktion im 16. Jahrhundert große wirtschaftliche Bedeutung, ist jedoch zunehmend durch den Import der Baumwolle und in jüngerer Zeit

durch die Verwendung synthetischer Fasern als Faserpflanze völlig in den Hintergrund getreten.

Man unterscheidet nach der vorgesehenen Verwendung Faser-, Öl- und Ölfaserlein mit mittlerem Öl- und Fasergehalt. 

Die Fasern werden aus der Sprossachse, das Öl aus den Samen gewonnen. Beim Öllein bleiben durch gezielte Züchtung die Kapseln geschlossen, so dass die Samen verlustfrei geerntet werden können.

Bei der Ernte werden die Pflanzen gerauft (aus dem Boden gezogen) und zum Trocknen in Bündeln aufgestellt oder ausgebreitet. Die Samen werden aus den getrockneten Pflanzen gedroschen. Zur Fasergewinnung werden die bis zu 60 cm langen Faserbündel aus der Sprossachse isoliert. Ursprünglich legte man hierfür die gebündelten Pflanzen zur "Röste" in stehende oder langsam fließende Gewässer oder ließ sie in taureichen Gebieten auf den Feldern liegen. Auf diese Weise wurden durch pektinzehrende Bakterien oder Pilze die Mittellamellen der Zellwände aufgelöst. Heute wird die Mazeration chemisch vollführt. Nach 2-3 Wochen wurden die Pflanzen erneut getrocknet, anschließend geklopft und gebrochen. Die isolierten Faserbündel wurden  wiederholt über ein Nagelbrett gezogen, um lange und kurze Fasern voneinander zu trennen und die Fasern parallel auszurichten. Durch die hohe Wärmeleitfähigkeit wirkt Leinengewebe auf der Haut besonders kühlen. Die Flachsfasern lassen sich äußerst gut verspinnen und verarbeiten, doch sind sie im Vergleich zur Baumwolle wesentlich schlechter einzufärben. 

Leinsamen enthalten 38-44% fettes, starktrocknendes Öl, das einen besonders hohen Gehalt an Linol- und Linolensäure aufweist. Die Samen werden in Ölmühlen gemahlen und mechanisch gepresst. Das dunkelgoldgelbe Leinöl gilt als eines der wertvollsten Speiseöle und wird in Mitteleuropa traditionell zu Kartoffeln und Quark gereicht.

Heute wird spezieller Faserlein vor allem in Russland, Frankreich, Belgien und Holland angebaut und gewinnt auch in Mitteleuropa als nachwachsender Rohstoff wieder zunehmend an Bedeutung. Neben der Verwendung des Leinöls als wertvolles Speiseöl findet es auch industriell Verwendung in der Herstellung von Anstrichfarben, Lacken, Linoleum und Druckfarben und in der Papier-, Leder- und Wachsindustrie 

(s. www.pflanzenforschung.de ).

Der Saat-Lein wird im Arzneipflanzenlexikon der Kooperation Phytopharmaka ausführlich beschrieben

(siehe www. arzneipflanzenlexikon.info).

 

 

Hunnius, Pharmazeutisches Wörterbuch, 4. Aufl. 1966:

Hinsichtlich der Blätter besteht Verwechslungsmöglichkeit mit Leinkraut- und Wolfsmilch-Arten.

 

Linum flavum - Gelber Lein

Südosteuropäische Pflanze

Trockenpflanze, meist auf Kalk; Zierpflanze

Der Gelbe Lein ist in Deutschland streng geschützt!

11.06.2016 - Botanischer Garten Universität Heidelberg
11.06.2016 - Botanischer Garten Universität Heidelberg

Der Gelbe Lein kommt in Deutschland nur selten auf der Ostalb und an der Iller vor.

Die Pflanze gilt in Deutschland und zentral-europaweit als gefährdet.

Laut Floraweb handelt es sich hier um den westlichsten isolierten Vorposten eines pannonisch-pontischen Pflanzenareales.

Der Gelbe Lein in der Fachliteratur

Zahlreiche schöne Fotos und Informationen zum Gelben Lein findet man auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz

11.06.2016 - Botanischer Garten Universität Heidelberg
11.06.2016 - Botanischer Garten Universität Heidelberg
11.06.2016 - Botanischer Garten Universität Heidelberg
11.06.2016 - Botanischer Garten Universität Heidelberg

Linum tenuifolium - Schmalblättriger Lein

Mediterrane Pflanze

"Trockenpflanze"

Der Schmalblättrige Lein ist in Deutschland besonders geschützt!

11.06.2016 - Botanischer Garten Universität Heidelberg
11.06.2016 - Botanischer Garten Universität Heidelberg

Der Schmalblättrige Lein kommt zerstreut in Baden-Württemberg und im südwestlichen Deutschland vor, aber nicht in Oberschwaben. Die Bestandsentwicklung ist rückläufig.

Der Schmalblättrige Lein in der Fachliteratur

Steffen Guido Fleischhauer führt den Schmalblättrigen Lein in "Kleine Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen" von 2010 als "kleinblättrige, leicht herbe Pflanze als Beigabe für Salate" auf. Wildsammlung ist allerdings aufgrund von Pflanzenschutz nicht möglich.

Eine Beschreibung und schöne Fotos des Schmalblättrigen Leins findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.

11.06.2016 - Botanischer Garten Universität Heidelberg
11.06.2016 - Botanischer Garten Universität Heidelberg
11.06.2016 - Botanischer Garten Universität Heidelberg
11.06.2016 - Botanischer Garten Universität Heidelberg

Linum grandiflorum - Roter Lein, Prachtlein

Fremdländische Pflanze; Heimat: Algerien (Endemit)

Zierpflanze

22.08.2010 - Auf dem Rheindamm bei Bregenz
22.08.2010 - Auf dem Rheindamm bei Bregenz

Der Rote Lein in der Fachliteratur

Schöne Fotos und Informationen zum Gewöhnlichen Steinquendel findet man auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz