Veratrum album - Weißer Germer

Familie: Einbeerengewächse - Melanthiaceae (früher: Liliengewächse - Liliaceae)

Eurosibirische Pflanze

"Bergpflanze"

Wuchsform: sommergrün, rosettenlos, Hemikryptophyt, ausdauernd, Rhizom

Weltweit gibt es 50 "Germer"-Arten; in "Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland 2011" wird eine Art mit 2 Unterarten beschrieben.

Der Weiße Germer ist stark giftig!

 Ich vermute, dass es sich bei diesem Germer um die Unterart "lobelianum"

(= "Grünlicher Germer") handelt aufgrund der gelbgrünen Blüten und des dichten Blütenstands. 

 

Hinsichtlich der Blätter besteht Verwechslungsmöglichkeit mit dem Gelben Enzian.

 

Der Weiße Germer in der Fachliteratur

Eine ausführliche Monographie hat der Weiße Germer in der "Enzyklopädie der Psychoaktiven Pflanzen. Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendungen" von Christian Rätsch, AT-Verlag 2007

Zahlreiche schöne Fotos und Informationen zum Weißen Germer findet man auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz

Dem  Weißen Germer bin ich schon oft begegnet. Er ist eine häufige Alpenpflanze und wächst auch im Alpenvorland. Man kann ihn auch in Oberschwaben und im Allgäu finden. Mein fotografiertes Exemplar stammt aus dem Innerfragant in den Hohen Tauern (Kärnten). Zu dieser Zeit, Ende August, war die Germerblüte schon vorbei und ich habe mich über dieses einsame, spätblühende Exemplar sehr gefreut. 

Der Weiße Germer in der Fachliteratur

Der Weiße Germer hat im Lehrbuch der biologischen Heilmittel" (Bd. 11) von Gerhard Madaus (1938) ein eigenes Kapitel.

Beschreibungen des Weißen Germers finden sich bei:

Paula Kohlhaupt, 1967 Band 1

Christian Rätsch beschreibt den weißen Germer in seinem Buch "Heilpflanzen der Antike. Mythologie, Heilkunst und Anwendung" von 2015 im Kapitel "Nieswurz".

Hier kann man gut die Wechselständigkeit der Blätter erkennen, wodurch sich der Germer von ähnlich aussehenden Enzian-Arten unterscheidet. Beim Enzian sind die Blätter immer gegenständig angeordnet.